Apple setzt bei seinen iPad Pro und Mac-Modellen schon seit geraumer Zeit auf USB-C. Warum also beim iPhone nicht? Apples Antwort darauf ist relativ simpel.

Bereits seit knapp fünf Jahren setzt Apple bei den Mac-Modellen auf USB-C. Der USB-Standard ist äußerst vielseitig und erlaubt dadurch über einen Port verschiedene Anschlussmöglichkeiten. Dazu zählen beispielsweise das Laden oder der Anschluss von Zubehör. Da immer mehr Hersteller bei ihren technischen Geräten auf diesen Anschluss setzen, sind immer weniger Kabel für unterschiedliche Geräte notwendig.
Apple setzt jedoch sowohl beim iPhone als auch den AirPods-Modellen weiterhin auf den Lightning-Anschluss.

Der Leaker @L0vetodram liefert eine Antwort dazu.
In mehreren Tweets äußert er sich zu der Diskussion und erklärt, wieso Apple sich für unterschiedliche Standards in den einzelnen Geräten entschied.
Die Zielgruppe des iPad mini, iPad Air und iPad seien Studenten, Schüler und normale Kunden. Diese benötigen nicht die allerneueste Technik. So kann Apple in diesen Geräten auf den hauseigenen Lightning-Anschluss setzen und die Kosten niedriger halten, da keine Lizenzgebühren gezahlt werden müssen. Beim iPad Pro hingegen sieht es anders aus. Hier setzt Apple auf den USB-Anschluss. Dieser bietet den professionellen Nutzern die Möglichkeit externes Zubehör einfacher zu verwenden. So werden beispielsweise häufig externe Displays, Speicher oder weiteres Zubehör angeschlossen.

USB-C beim iPhone 12 eine Option?

Nun stellt sich trotzdem die Frage, weshalb Apple beim iPhone den Anschluss nicht gewechselt hat. Dafür muss man einen Blick in die Zukunft wagen. Apple kündigte bereits häufiger an, dass das iPhone zukünftig gänzlich ohne physische Schnittstellen auskommen soll. Das Apple-Smartphone soll also komplett drahtlos funktionieren. Bereits beim aktuellen iPhone 11 Pro wurde der Ultrabreitband-Chip U1 verbaut. Dieser vereinfacht nicht nur die Suche, sondern glänzt auch mit extrem hohen Übertragungsgeschwindigkeiten.

Eine weitere Rolle spielt das Zubehör zum iPhone. Während Apple natürlich auch schon Prototypen mit USB-C Anschluss getestet hat, blieb das finale Produkt bisher ohne eine solche Schnittstelle. Apple verdient nämlich stark am Zubehör. Mit Lightning und dem MFi-Programm hält Apple zwei wichtige Faktoren bei sich. So können für Zubehörprodukte, die diesen Standard nutzen, Lizenzgebühren verlangt werden. Ergo: Apple macht mit jedem verkauften Zubehörteil ebenfalls Gewinn.

Da USB-C nicht aus dem Hause Apple stammt und der Konzern dadurch auch keine Lizenzgebühren verlangen kann, würde in diesem Fall die Einnahmequelle bei Zubehör wegfallen.

Das amerikanische Unternehmen aus Kalifornien äußerte sich zu Beginn des Jahres 2020 selbst zu dem Thema. Laut Unternehmensangabe seien bereits über eine Milliarde Geräte mit Lightning-Anschluss im Umlauf. Ein Umstieg auf USB-C würde dadurch eine enorme Menge Elektroschrott verursachen. Der Copenhagen Economics Report gibt dazu sogar an, dass ein USB-C zu USB-C Ladekabel bis zu 20 Prozent mehr CO2 in der Herstellung verursacht, als ein Kabel mit Lightning-Anschluss.

Die Anschlüsse im Überblick

USB-C

USB-C
Der USB-C Anschluss

Beim USB-C handelt es sich um ein 24-poliges USB-Stecksystem. Bei den meisten aktuellen Android-Smartphones und vielen Laptop-Herstellern kommt dieser Standard bereits zum Einsatz. Das ursprüngliche Ziel von USB-C war die Vereinheitlichung von verschiedenen Anschlüssen. Dazu zählten neben dem herkömmlichen USB-A auch HDMI, DisplayPort und der 3,5 mm Klinkenstecker als auch die Stromzufuhr. Mit USB-C ist es also grundsätzlich möglich das Gerät zu laden, das Display zu spiegeln und Musik zu hören.

Lightning

Lightning
Der Lightning-Anschluss

Lightning bezeichnet die hauseigene Schnittstelle von Apple. Sie wurde für die dünnere Bauweise in tragbaren Geräten entwickelt. Der Lightning-Anschluss nutzt acht Kontakte, die jeweils auf beiden Seiten des Steckers integriert sind.

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